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Der Spüler........(Auszüge) von Piet Hesselmann

Alles begann in Taarstedt, einem Kuhdorf in Angeln, Schleswig Holstein. Ich ging in die 7. Klasse der Freien Waldorfschule Eckernförde.

In dieser Zeit liessen sich meine Freizeitaktivitäten zunehmend schwerer über den Monat hinweg mit meinem Taschengeld abdecken. Oft war ich frustriert und begann deshalb an Lösungen zu feilen. Und dann stand eines Tages meine Nachbarin mit ihrem Pferd bei mir auf dem Hofplatz.......

Sie berichtete, dass sich bei ihr in der Schulküche die Tellerberge.....Verstärkung im Spülerteam....die Dollarzeichen blinkten in meinen Augen....

.....nachdem ich 3 Jahre in der Schulküche gespült hatte, versprach ich mir, dies nie wieder zu tun....

und da stand ich nun, mit dem Abi in der Tasche und großen Plänen für mein Gap Year....jetzt hatte ich so viel Zeit wie nie zuvor, jedoch keinen Cent in der Tasche.

Also entschied ich mich dazu, mir mal wieder einen Job zu suchen. Eine Freundin, welche ein Jahr vorher in derselben Situation gesteckt hatte, empfahl mir den "Gasthof Alt Sieseby".

Also fuhr ich eines sonnigen Tages dorthin. Mit den Worten "Wann willst Du anfangen?" empfing mich Maria und winkte mich an Tisch Sieben. Wir verstanden uns auf Anhieb und machten direkt Termine zum Probe-Arbeiten aus. Wer schon einmal in einer gut laufenden Gastronomie gearbeitet hat, weiß, wie gut ein Team funktionieren muß, damit der Gast einen reibungslosen Ablauf geniessen kann......Da ich in meiner anfänglichen Unsicherheit niemandem im Weg stehen und keine dummen Fehler machen wollte, trieb es mich in eine mir wohlbekannte Position: die Spüle.....,dort fühlte ich mich einfach am Wohlsten....Nie wieder spülen?? Da war ja was. Wie sehr hatte ich meinen Spüljob in der Schulküche gehasst.

Doch im Vergleich zu den anderen Tätigkeiten, lag mir das Spülen gut. Ich lernte meine Kollegen zu schätzen....und transferierte alles Dreckige durch meine Reinigungsstrasse und trug es dorthin, wo Kwaku und Prince es finden wollten. Da der Job im Restaurant, meine einzige auferlegte Verpflichtung war, und ich ansonsten hauptsächlich Skateboard fuhr, war besonders das Spülen ein Ausgleich, der mir ausgesprochen gut tat. Auch war die Arbeit meine erste richtige Arbeitserfahrung und Eingliederung in ein Team. Auch das war mir wichtig, da ich im Laufe der Zeit zum Teil des Teams wurde und mich dadurch auch gern in die Arbeit einbrachte.

An dieser Stelle möchte ich mich bei all meinen Kollegen und insbesondere bei Maria bedanken, für die interessante Zeit.

Spätestens, wenn ich weiß, was für eine Ausbildung ich machen will, werde ich mich wieder bei Dir melden um das Rätsel meines Berufsweges zu lüften. Jetzt jedoch gehe ich erstmal auf Reisen!

Viele Grüße Piet

eine der Ideen mit Piet war "Schriftsteller"....so entstand diese Geschichte in meinem Album, eine Innenansicht aus der Perspektive eines Mitarbeiters....

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